Schwellende Kotflügel und satter Motorenklang: Nicht nur Oldtimerfreunde werden bei einer bisher einzigartigen Ausstellung in Kassel auf ihre Kosten kommen. In der documenta-Halle werden vom 15. Mai bis 12. Juni dieses Jahres historische Fahrzeuge zu bewundern sein, die teils noch nie das Nationalmuseum in Kassels französischer Partnerstadt Mulhouse verlassen durften.
„100 Jahre Bugatti - Eine Familie im Spannungsfeld von Kunst und Technik" ist der Arbeitstitel der Schau. Die beiden Gründerväter des 2005 wiederbelebten Herkules Bergrennens, Heinz W. Jordan und Dr. Dietrich Krahn, übernehmen die künstlerische Leitung und Organisation der Ausstellung. Ihr Ziel ist die Intensivierung der deutsch-französischen Partnerschaft der Städte Kassel und Mulhouse sowie die Stärkung der Stadt Kassel als Kunststadt, aber auch als Technikstadt. Eine „einzigartige Symbiose von Kunst und Technik" verspricht Jordan. Neben sieben Bugatti-Prototypen aus dem französischen Nationalmuseum in Mulhouse werden bisher unveröffentlichte Konstruktionszeichnungen, Plakate und Briefe zu sehen sein, die ebenfalls aus der Sammlung der Gebrüder Schlumpf stammen. Diese weltberühmten Sammler hatten über 400 Fahrzeuge zusammengetragen, darunter 250 Bugattis.
„Weitere Bugattis von verschiedenen Privatsammlern aus Deutschland werden die Ausstellung ergänzen", sagt Jordan. „Wir sind derzeit auch auf der Suche nach Möbeln und Skulpturen, die die Familie Bugatti designed und produziert hat."
Die beiden Ausstellungsmacher, die mit dem Kurhessischen Motorsport-Club Kassel und dem ADAC zusammenarbeiten, planen zudem eine Kooperation mit dem Kasseler Technikmuseum. Von dort werden Dampfmaschinen gezeigt, wie sie im 19. Jahrhundert auch in Mulhouse gebaut wurden.
„Erste Gespräche mit dem Land Hessen sowie den beiden Oberbürgermeistern sind positiv verlaufen", berichtet Oldtimerfan Jordan. Das Ausstellungsprojekt werde überall begrüßt.
Die aus Frankreich herbeitransportierten Autos „sind übrigens noch nie außerhalb gezeigt worden", so Jordan. Besitzer der äußerst wertvollen Fahrzeuge waren zum Beispiel Jean Bugatti oder die Familie Michelin. Die Ausstellung „wird die einzige dieser Art in Deutschland sein". Es stehe derzeit zur Debatte, die Schau später auch in der einen oder anderen Partnerstadt Kassels zu zeigen. Der Wert der ausgestellten Fahrzeuge beläuft sich nach Angaben Jordans auf annähernd zehn Millionen Euro.
Die Schau ist zugleich der Auftakt für den 3. Internationalen ADAC Herkules Bergpreis vom 12. bis 14. Juni. Die Bugattis werden nicht nur in der documenta-Halle zu bestaunen sein, sondern sind auch beim Herkules Bergpreis am Start und können dabei in Aktion bewundert werden. Jordan: „Das ist einmalig!"
Bugattis am Start und in der Ausstellung finden Sie in der Bildergalerie
